Vielen Dank für Ihr Interesse!

Mit diesem Blog möchte ich meinen Dienst in der Evangelisch-reformierten Kirche unterstützen. Er ist eine durch mich verantwortete private Initiative und stellt daher keine offizielle institutionelle Plattform dar.

Zwei Ziele stehen im Mittelpunkt:

  • Vieles verliert sich, wenn man es sich nicht notiert. Da geht es mir wie vielen anderen Menschen auch. Gedanken, Anregungen, Hinweise und Interessantes geht im Alltag ebenso schnell unter, wie es aufgetaucht ist. Ich möchte gerne ausprobieren, ob ein Blog die geeignete Form ist, Inhalte aufzubewahren und zur Diskussion zu stellen.
  • Nicht selten werde ich nach Terminen, Abdrucken von Predigten und Texten, weiterführenden Informationen zu Glaubensthemen, meiner Meinung zu speziellen Themen oder Quellen und Hinweisen für das eigene Glaubensleben gefragt. An dieser Stelle möchte ich gerne Wissenswertes verfügbar machen.

Nicht zuletzt: Projekte, wie ein Internetblog können gelingen oder scheitern. Dazu gehört sicherlich auch, auf die Netiquette im Verlauf der Kommunikation zu achten.

Vielleicht ist Ihr Interesse geweckt und Sie begleiten mich bei dieser Erfahrung.

Ihr
Hartmut W. Fischer
Ältestenprediger

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In ein paar Zeilen möchte ich versuchen,
das Programm dieses Blogs zu skizzieren.

Das Kreuz steht fest,…: heißt das, dass wir selbst, unser Glaube und die Kirche unbeweglich sind –  statisch und ohne Dynamik?

Nein! Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte. (Mt18,20). Jesus Christus versammelt seine Gemeinde um sich. Ihre Glieder bilden den Leib Christi und sind in geschwisterlicher Liebe miteinander verbunden.

Jesus Christus ist der Fixpunkt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. (Joh14,6) Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. (Joh18,37) Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und Apostel – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht – als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit. (1Tim2,7)

Wir können diesem Fixpunkt vertrauen, denn Gott ist Mensch geworden. Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte… (Kol2,14)

… während der Erdball sich weiterdreht! Es brause das Meer und seine Fülle, die Welt und die darauf wohnen! (Ps98,7) Dieses „brausen“ fordert unseren Glauben, unser Denken und unser Handeln heraus. Wir sind dazu aufgerufen, uns in diesem brausen der Welt an Jesus Christus festzuhalten, Zeugnis abzulegen und zu handeln. Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen! (Jak1,22) schreibt Jakobus, der Bruder des Herrn. (Gal1,19) Und er belehrt uns: Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein. (Jak1,23-25)

 

 

 

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Klosterportal

Für die Freundinnen und Freunde der monastischen  Spiritualität wurde das (katholische) Ordensportal überarbeitet. Der Blick auf die zahlreichen Angebote lohnt sich!

Evangelische Kommunitäten finden sich hier! Ich selbst war / bin gerne zu Gast in der Abtei Niederaltaich, im koptischen Kloster in Hoexter  und im Geistlichen Zentrum Schwanberg.

Gott – der Mensch – das Leid

„Ein Mensch, der sein ganzes Leben gelitten hatte, sagt vor seinem Tod zu Gott: „Mein Gott, wenn du existierst, vergebe ich dir.“ Ich stelle mir gerne Gott vor, wie er dieses Gebet hört – denn es ist ein Gebet. Er lächelt ernst, ohne Ironie. Er nimmt im Ernst die Vergebung des Menschen an. Er erinnert sich, dass er gezögert hat, das Risiko des Menschlichen Leidens auf sich zu nehmen sowie die ‚Schlachtung‘ des Lammes (Offb 13,8), dieser Gestalt der Unschuld. Er öffnet demütig seine Arme, damit sein Sohn, der solches Leiden getragen und den Frieden gefunden hat, sich in sie birgt.

Gewiss ein Anthropomorphismus, aber auf den ich Acht habe und den ich in Nachdenken verwandele, und ich hüte mich, dieses Geheimnis des Leidens anders als mit den Händen einer Krankenschwester zu berühren. Denn ich weiß: Wenn ein Mensch leidet, gibt es ihm zugleich das Verlangen, dass man ihm eine religiöse ‚Erklärung‘ für sein Leiden gibt, und die Ablehnung der Abstraktion, die man ihm anbietet; das weiß er im Voraus, und es ist wie Säure auf eine frische Wunde.

Alles was ich sagen kann, ist, dass für mich, so, wie ich bin, nichts weniger abstrakt als dies ist: Gott ist nicht wie ein Welthandwerker. Er hat die Welt nicht hergestellt wie ein Uhrmacher das Uhrwerk.[1] Gott konstruiert nichts von vornherein Fertiges. Im Gegenteil zieht er sich zurück, damit die Seienden, die er ins Leben ruft, von selber und durch sich selber entstehen. (…) Würde Gott intervenieren, damit das Umhertasten, die Unordnungen, die Wiederstände durch Untätigkeit, die Überflutungen, die Epidemien vermieden werden, dann wäre die Welt für ihn nur ein Manipulationsgegensand. Unsere Vorstellungskraft, die aber so in die Nähe eines Infantilismus gerät, würde gewiss darin eine größere Liebe sehen. Aber Gott liebt nicht auf die Weise, wie wir es gern hätten, dass er liebt, wenn wir unsere Träume auf ihn projizieren. Er könnte uns das Leiden nur um den Preis eines Paternalismus ersparen, durch welchen er aufhörte, die Liebe zu sein. Der Ernst Gottes besteht im Respekt und im Leiden. Beidem können wir nur von sehr weit nahekommen, indem wir uns auf unsere höchste Hoffnung stützen. Tatsächlich respektiert uns Gott zu sehr, als dass er uns auf magische Weise ersparte zu leiden. Und er respektiert sich selbst zu sehr, um sich selbst das Leiden an unserem Leiden zu ersparen.

Und was das Übel angeht, welches das Werk unserer Freiheit ist, die Gewalt-, der ‚Kriegszustand‘, von dem Lèvinas[2] sagt, dass er ‚die Moral aufhebt‘ – um wie viel tiefer das Leiden der schöpferischen Liebe! Wir befinden uns hier im erzen des Geheimnisses – ich sage es bewusst – der Demut Gottes.“

Quelle: Varillon, Francois S. J.: L’humilité de Dieu (Die Demut Gottes). Paris: Centurion 1974, S. 123 f. Zitiert nach Lebau, P.: Das suchende Herz. Der innere Weg von Etty Hillesum. Ostfildern: Patmos 2016, S. 313-315.

[1] Wie es sich einige Philosophen des Jahrhunderts der Aufklärung vorgestellt haben.

[2] Emmanuel Lévinas (1906-1995), littauisch-französischer jüdischer Philosoph.